Herbstvortrag Tauchmedizin
Hallo Leute,
dass im Glaukos nicht nur getaucht wird, sondern auch eine Seeüberquerung oder ein Sommerfest veranstaltet wird, dürfte bekannt sein. Diesmal war es der Herbstvortrag welcher uns vom Tauchen abhielt. Dr. Michael Mutter war eingeladen uns einen Einblick in die Tauchmedizin zu geben. Michael (unter Tauchern sind wir ja alle per DU) ist selber seit über 20 Jahren Taucher, Facharzt für innere Medizin und Kardiologe. Zudem betreibt er einen Blog zum Thema Tauchen und Medizin (www.dekoblog.ch).
Sein Referat eröffnete er gleich mit einem einprägsamen Satz: «Wenn ich diesen Vortag vor Ärzten halte, erkläre ich mehr das Tauchen, jetzt bei euch Tauchern erkläre ich mehr den medizinischen Teil». Es folgten diverse Aspekte zu unserem gemeinsamen Hobby. Wie sich beim Apnoe Tauchen das Lungenvolumen mit zunehmender Tiefe verringert, beim Gerätetauchen jedoch nicht. Dass sich umgekehrt die Lunge beim Auftauchen ausdehnt, bis zum Lungenriss, würden wir nicht kontinuierlich ausatmen. Interessant in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass ein senkrecht im Wasser stehender Taucher bereits minus-8 mbar Druckunterschied zwischen Mund und Lunge hat, dies könnte bereits zu Flüssigkeitsbildung in der Lunge führen. Ein flach im Wasser liegender Taucher dieses Problem nicht hat.
Michael erwähnte den Harndrang bei Tauchen, und damit die drohende Dehydrierung. Taucher sollten daher immer 2 Flaschen haben. Eine mit Luft auf dem Rücken, und eine zum Trinken in der Hand. Wenn nicht unter Wasser, dann spätestens nach dem Auftauchen im Klubhaus oder auf dem Boot. Es ging dann weiter mit Tiefenrausch, Sauerstoffvergiftung wegen zu hohem Partialdruck in grosser Tiefe (ab etwa 40m, bei manchen Tauchern schon oberhalb), Dekompressionskrankheit, Tauchflöhe, und Vergiftungen bei verunreinigter Luft. Dies könnte wegen CO (Kohlenmonoxyd) sein. Es besteht eine gewisse Gefahr bei schlecht gewarteten Kompressoren, dass das Atemgas CO-verunreinigt ist. Deshalb und wenn man in wenig entwickelten Gegenden (und dazu gehört offenbar auch Ägypten) mit Helium taucht, welches oft minderwertig ist, könnte es sich lohnen, selbst mit einem eigenen CO-Analyzer die Qualität des Atemgases zu überprüfen. Dank dem Druck in der Tiefe ist eine CO Vergiftung schon bei geringem Anteil möglich, viel schneller als an der Oberfläche.
Ganz speziell fand ich, wer alles nicht tauchen darf. 3 Monate nach Operationen, Leute mit psychischen Problemen, und Träger von Herzschrittmachern. Diese werden zwar von den Herstellern auf Druck geprüft, aber nur etwa auf 2.5 bar, was für Tauchen nicht reicht. Besser man beschränkt sich auf Schnorcheln, denn dazu reicht die Druckfestigkeit des Gehäuses eines Herzschrittmachers.
Die Glaukis im Saal waren sehr aufmerksam dabei, es war jedoch nicht eine reine «Vorlesung eines Lehrers», die Glaukis mischten sich öfters ein, stellten Fragen. Es gab lebhafte Diskussionen. Selbst nach dem Ende des Referates wurde Michael kaum zu den Pizzen gelassen, alle hatten noch Detailfragen die Michael alle sehr kompetent beantworten konnte.
Vielen Dank an Michael Mutter für den interessanten Abend, an alle die an der Organisation beteiligt waren, und einen speziellen Dank an Doris für die Pizzen die sie bestellt hatten.
Gut Luft
Reto Burkhalter